Einblicke in die Vortragsreihen –

Krankenhausplanung & -finanzierung:

Vom Warten ins Wirken

Im Vorfeld des 33. Deutschen Krankenhaus-Controller-Tags möchten wir zentrale Themen und Perspektiven des Kongresses näher beleuchten. Dafür haben wir den Moderatorinnen und Moderatoren der einzelnen Vortragsreihen einige Fragen gestellt – zu aktuellen Herausforderungen, strategischen Einordnungen und konkreten Impulsen für Controlling, Management und Vorstand. Die Antworten geben einen ersten Einblick in die inhaltliche Tiefe der Sessions – und zeigen, warum sich der Austausch in Potsdam lohnt.

Mit der fünften Vortragsreihe „Krankenhausplanung & -finanzierung“ greift der 33. DKCT 2026 ein weiteres zentrales Planungs- und Steuerungsthema auf. Im folgenden Interview gibt uns Andreas Weiß (Vorstandsmitglied DVKC & Mitgründer ETS ConHealth) Einblicke in Zielsetzung, Relevanz und praktische Implikationen für Krankenhäuser.

Das Jahr 2026 markiert den Wendepunkt der deutschen Krankenhauslandschaft. Nach der Verabschiedung des Krankenhausreformanpassungsgesetzes (KHAG) im März 2026 ist die Zeit der Konzepte vorbei – die operative Umsetzung der Reform dominiert den Klinikalltag. Am 28. und 29. April 2026 wird der 33. Deutsche Krankenhaus-Controller-Tag (DKCT) in Potsdam zur zentralen Arena für die drängendsten Fragen der Branche.  

Frage: Herr Weiß, das Kongressmotto lautet „Von der DRG zum Drama“. Wo stehen wir nach dem finalen Beschluss zum KHAG?

Antwort: Das „Drama“ beschreibt die enorme Komplexität der Umstellung, aber der März-Beschluss hat uns endlich die nötige Klarheit gebracht. Wir befinden uns jetzt in der entscheidenden Phase der Leistungsgruppenzuweisung durch die Länder. Die Unsicherheit weicht einer pragmatischen Aufbruchstimmung. Wir wissen jetzt: Wer nicht handelt, wird geplant. Die Krankenhäuser müssen nun aktiv ihre Spezialisierung vorantreiben, um ihre Standorte zukunftssicher zu machen.  

Frage: In Ihrer Session am zweiten Kongresstag bringen Sie ein hochkarätiges Podium zusammen. Welches Ziel verfolgen Sie mit dieser Auswahl?  

Antwort: Die Reform ist eine Gemeinschaftsaufgabe und erfordert eine Betrachtung aus unterschiedlichen Perspektiven. Deshalb diskutieren wir mit Dr. Dirk Albrecht (Contilia) die Verbundperspektive, mit Katrin Erk die Herausforderungen der Maximalversorgung/Uniklinika und mit Robert Orsag (Curacon) das ökonomische Gewissen. Prof. Nils Crasselt ordnet die neue Steuerungsmethodik wissenschaftlich ein. Besonders wichtig ist der Dialog mit der Kostenträgerseite, vertreten durch Dr. Simon Loeser von der AOK Rheinland/Hamburg, denn die neue Planung erfordert einen engen Konsens zwischen Kliniken und Kassen.  

Frage: Das KHAG bringt kritische Änderungen mit sich. Besonders die Pflegebudgetfinanzierung und die Rolle der Pflegepersonaluntergrenzen (PpUG) sorgen für Diskussionen. Wie bewerten Sie das?

Antwort: Das ist in der Tat ein kritischer Punkt. Mit dem KHAG wurde klargestellt, dass die PpUG künftig als verbindliches Qualitätskriterium für die Zuweisung von Leistungsgruppen fungieren. Das bedeutet: Wer die Personalvorgaben nicht erfüllt, riskiert den Verlust ganzer Leistungsbereiche. Gleichzeitig steht die Pflegebudgetfinanzierung vor einer Neuausrichtung. Die neue Abgrenzung der Pflegepersonalkosten ist eine operative Herausforderung. Das Management muss hier vorausschauend agieren.

Frage: Trotz dieser Hürden plädieren Sie für Optimismus. Warum?

Antwort: Weil wir erstmals die Chance haben, Qualität und Vorhaltung statt reiner Menge zu steuern. Mit dem Transformationsfonds von 50 Milliarden Euro haben wir den Treibstoff für den Wandel. Zudem präsentieren wir auf dem DKCT den neuen Standard CS 400, der uns hilft, die komplexen Abhängigkeiten zwischen Personal, Qualität und Finanzen steuerbar zu machen. Wir haben die Werkzeuge in der Hand – jetzt müssen wir sie mutig einsetzen.  

Der DKCT 2026 bietet die Plattform, um aus dem Reformstress in eine gestaltende Rolle zu finden. Die Session am 29. April wird zeigen: Wer die Reform als Chance begreift und ins Handeln kommt, wird gestärkt aus dieser Transformation hervorgehen.

Interviewpartner: Andreas Weiß (Vorstandsmitglied DVKC / Mitgründer ETS ConHealth)