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Im Vorfeld des 33. Deutschen Krankenhaus-Controller-Tags möchten wir zentrale Themen und Perspektiven des Kongresses näher beleuchten. Dafür haben wir den Moderatorinnen und Moderatoren der einzelnen Vortragsreihen einige Fragen gestellt – zu aktuellen Herausforderungen, strategischen Einordnungen und konkreten Impulsen für Controlling, Management und Vorstand. Die Antworten geben einen ersten Einblick in die inhaltliche Tiefe der Sessions – und zeigen, warum sich der Austausch in Potsdam lohnt.
Mit der dritten Vortragsreihe „KI-gestützte Prozesse im Krankenhaus-Controlling“ greift der 33. DKCT 2026 ein zentrales Steuerungsthema auf. Im folgenden Interview gibt uns Andreas Weiß (Vorstandsmitglied DVKC e.V. und Mitgründer ETS ConHealth) Einblicke in Zielsetzung, Relevanz und praktische Implikationen für Krankenhäuser.
Frage: Herr Weiß, das Motto des diesjährigen Controller-Tages lautet „Von der DRG zum Drama! Steuerung im (Reform-)Dauerstress“. Bei all dem, was Controller gerade jetzt zu tun haben, warum ist gerade jetzt der richtige Zeitpunkt, sich mit Large Language Models (LLM) und KI-gestützten Prozessen im Controlling zu beschäftigen?
Andreas Weiß: Die Frage erinnert mich so ein bisschen an den kanadischen Holzfäller, der in dem bekannten Cartoon keine Zeit hat, seine Säge zu schärfen. Um im Bild zu bleiben, in dem Fall schärfen wir nicht die Säge, sondern wechseln auf eine Kettensäge… Aber im Ernst: Wir befinden uns in einer Phase, in der herkömmliche Steuerungsinstrumente und die persönliche Belastung gerade im Controlling der Krankenhäuser an ihre Grenzen stoßen. Der wirtschaftliche Druck und die Komplexität durch neue Vorgaben des Finanzierungssystems und der Krankenhausplanung nehmen massiv zu, gleichzeitig sind qualifizierte Leute im Controlling schon seit Jahren schwer zu bekommen. In unserer Session auf dem DKCT zeigen wir praxisnah, wie KI und LLMs das Berichtswesen und die Planung nicht nur beschleunigen, sondern messbar präziser machen, um den mittlerweile entstandenen „Dauerstress“ beherrschbar zu gestalten. Es geht darum, durch den Einzug der KI in das Controlling höhere Effizienz und Qualität zu ermöglichen.
Frage: Viele Controller fürchten, dass KI-Themen zu theoretisch bzw. weit weg vom eigenen Erleben sind. Was erwartet die Teilnehmer konkret in Ihrer Expertenrunde?
Andreas Weiß: Wir haben bewusst Praktiker eingeladen, die konkrete Use-Cases aus dem Klinik-Alltag mitbringen. Florian Stegmeier vom Krankenhaus Agatharied wird beispielsweise demonstrieren, wie die KI-Lösung eisTIK AI insight komplexe klinische Dashboards automatisiert interpretiert und zielgruppengerechte Texte generiert. Das Besondere hierbei ist, dass „Halluzinationen“ technisch ausgeschlossen werden, da die KI ausschließlich auf den vorhandenen Dashboard-Daten arbeitet. Thorsten Lübben wird zudem aufzeigen, wie man mit KI die Honorarprognose optimiert und so die Erlössicherheit im MVZ-Umfeld erhöht.
Frage: Ein großes Hindernis für KI ist oft das „Datenchaos“. Wird dieses Thema ebenfalls adressiert?
Andreas Weiß: Absolut, denn die Datenqualität ist das Nadelöhr. Rudolf Dück, CIO am UKSH, wird uns die strategische Sicht erläutern und zeigen, wie man mit Plattformen wie dem „Health Data Dock“ die Hürde überwindet, dass aktuell nur ein geringer Teil der Daten problemlos zwischen verschiedenen Systemen austauschbar ist. Wir sprechen offen über das Problem, dass oft ein großer Teil der Projektkosten in die reine Datenbereinigung fließen, und wie man diesen Prozess optimiert.
Frage: Auch Fragen der Governance und Compliance verunsichern viele Häuser. Bieten Sie hier Orientierung?
Andreas Weiß: Ja, das ist ein Kernpunkt unserer Session. Wir diskutieren die Governance-Anforderungen und die EU-Regulierung, die neue Verpflichtungen für die Krankenhäuser bringt. Wir beleuchten dabei auch die feine Linie zwischen hilfreicher Unterstützung und Risiken wie dem „De-Skilling“ des Personals.
Frage: Was ist Ihre abschließende Botschaft an alle, die noch zögern, sich für den Controller-Tag anzumelden?
Andreas Weiß: Wer heute nicht lernt, KI als treibende Kraft für Innovationen und zur Entlastung des Personals zu nutzen, wird den Anschluss verlieren. Unsere Session bietet die Chance, von denen zu lernen, die schon gestartet sind, und echten Mehrwert mit nach Hause zu nehmen. Kommen Sie nach Potsdam, diskutieren Sie mit uns und gestalten Sie die Zukunft des Controllings aktiv mit!
Interviewpartner: Andreas Weiß (Vorstandsmitglied DVKC e.V. und Mitgründer ETS ConHealth)
Infos zur Teilnahme: